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Apr
02

Heidi Klum und ProSieben im Visier der Tierschützer – Pelze, Delfinarien und Magersucht

Die Sendung „Germanys Next Topmodel“ steht seit Sonntag auf Facebook unter schwerem Beschuss

(ddp direct) Die Sendung „Germany’s Next Topmodel“ mit Heidi Klum steht seit Sonntag im Netzwerk auf Facebook unter schwerem Beschuss wegen der Model-Teilnahme am Schwimmen mit gefangenen Delfinen, wegen der Verherrlichung von Pelzen und der Magersucht der jugendlichen Models.

Die beiden Organisationen „Club der vier Pfoten“ und das „Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)“ hatten zu einem online-Protest „Gegen Pelze und Delfinschwimmen wegen Tierquälerei“ aufgerufen. Innerhalb von 24 Stunden folgten rund 700 Facebook-Nutzer dem Aufruf – knapp 9000 stehen noch auf der Einladungsliste. Eine Petition der Tierschützer wurde mehr als 5000mal unterschrieben.

Heidi Klum hatte am Sonntag auf ihrer eigenen Facebook-Seite das Foto einer geschützten Meeresschildkröte mit dem Titel „peaceful“ (friedlich) eingestellt. 6066 Usern gefiel dieser Beitrag bis Dienstagmorgen. Nicht so friedlich fand Heidi Klum offenbar Hunderte Kommentare von Tierfreunden zum Thema Meeresschutz und Delfinarien; sie wurden sämtlich zum Leidwesen der Anwender wieder gelöscht.

Der Protest der Tierschützer und vieler Zuschauer der Todmodel-Sendung auf ProSieben richtet sich auch gegen den kürzlichen Besuch der Model-Truppe in dem Dolphin Bay-Delfinarium in Dubai. Das WDSF kritisiert die Gefangenhaltung der Delfine als „Tierquälerei“. Das Delfinarium wurde im Oktober 2007 in der Nähe des Luxus-Hotels „Atlantis The Palm“ mit 28 Delfin-Wildfängen neu eröffnet. Etliche seien bereits vorher auf dem Transport gestorben. Inzwischen lebten nur noch 22 von ihnen. Etliche Delfinbabys seien ebenfalls gestorben (Quelle: CetaBase). Die Delfine würden in der „sengenden Hitze regelrecht verbrennen, weil sie in Erwartung ihrer Fütterung immer an der Oberfläche schwimmen, die Gefangenschaft ist Stress für die intelligenten Meeressäuger und die Haltung katastrophal“, so WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller.

Das WDSF hatte erst vor 10 Tagen gegen den Wettgewinn der Kinderwette von Schwimmen mit Delfinen in einem Türkei-Delfinarium in der ZDF-Sendung „Wetten dass..?“ erfolgreich Veto eingelegt. Hunderte von Tierschützern unterstützten die Kritik mit Zuschriften an den Sender. Das ZDF versprach daraufhin, den Wettgewinn in ein Schwimmen mit Delfinen in freier Wildbahn umzuwandeln.

Im Januar stolperten die Fussballer des TSV 1860 München während ihres Trainingslagers über einen Delfinarienbesuch in der Türkei. Der Verein musste nach vielen Protesten und Medienberichten ein Dementi herausgeben und versprach solche Besuche zukünftig zu streichen.

Aber auch das Tragen von Pelzen führt zu den vielen aktuellen Protesten. Schockierende Filmbeiträge über das Häuten von Pelztieren bei lebendigem Leibe wurden auf dem Online-Portal der Tierschützer-Protestseite in Facebook veröffentlicht. Dass in einer Nerzfarm im deutschen Wesenberg-Zirtow bis zu 40.000 Tiere in kleinsten Käfigen gehalten würden, soll ein weitere Film dokumentieren.

Ein Foto mit recht abgemagerten Models auf der Facebook-Seite von ProSieben in Ankündigung der nächsten Sendung am Donnerstag finden nicht nur Tierschützer „hässlich“, „widerlich“ und „ekelig“. Ein Leser fordert den Titel der Sendung auf „Germany‘s Next Hungermodel“ umzubenennen. —

Facebook-Quellen:
Online-Protestseite: https://www.facebook.com/events/494046390643199
Petitions-Seite: http://www.change.org/de/Petitionen/protestaktion-gegen-pro-7-tv-zum-pelz-tragen-und-delfinschwimmen-in-der-sendung-germany-s-next-topmodel
Heidi Klum: https://www.facebook.com/HeidiKlum?ref=ts&fref=ts
ProSieben: https://www.facebook.com/ProSieben?ref=ts&fref=ts
Germany’s Next Topmodel: https://www.facebook.com/germanys.next.topmodel

Weitere Quellen:
https://www.facebook.com/ClubDer4Pfoten/
http://www.club-der-4-pfoten.com/
https://www.facebook.com/delfinschutz
http://www.wdsf.eu/

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Das WDSF ist eine der weltweit aktivsten Organisationen zum Schutz von Meeressäugetieren mit Vor-Ort-Protestaktionen und juristischen Interventionen gegen katastrophale Haltungen in Delfinarien und Tierquälerei. Das WDSF initiiert wissenschaftliche Expertisen über Delfinhaltung und Delfinarien. Mehrere Delfinarien konnten aufgrund fachlich begründeter Eingaben gegenüber den Fachaufsichtsbehörden und Regierungen (z.B. Münster, Schweiz u. Türkei) und durch langjährige kooperative Protestaktionen (Heide-Park Soltau, Gardaland/Italien) geschlossen oder verhindert werden (Delfinarium Rügen). Das WDSF nimmt an Tagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) teil und interveniert gegen den internationalen Walfang.
www.wdsf.eu

Kontakt:
Wal- und Delfinschutz-Forum
Jürgen Ortmüller
Möllerstr. 19
58119 Hagen

wds-forum@t-online.de www.wdsf.de

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